Heute habe ich bei einer kleinen Fahrradtour ein E-Bike getestet. Leider habe ich mich dabei etwas selbst überschätzt.
Durch meine Hüfte fällt mir das Fahrradfahren ohnehin schwerer und ich brauche mehr Kraft. Außerdem habe ich im Moment noch wenig Energie. Deshalb musste ich das E-Bike fast die ganze Zeit auf einer hohen Unterstützungsstufe fahren. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Dazu kamen die warmen Temperaturen.
Kurz vor dem Ende wurde es immer anstrengender und ich konnte einfach nicht mehr. Das hat mich ziemlich runtergezogen. Einerseits, weil ich gemerkt habe, dass vieles noch nicht so funktioniert, wie ich gehofft hatte. Andererseits war die Strecke für den Anfang einfach zu ambitioniert. Im Nachhinein hätte mir das eigentlich klar sein müssen. Ich dachte nur, dass mit einem E-Bike schon irgendwie alles möglich sein würde. Gleichzeitig war der Akku durch die hohe Unterstützungsstufe schneller leer als gedacht. Zum Glück hat meine Mama dann mit mir die Fahrräder getauscht, sodass wir den Rückweg trotzdem geschafft haben.
Eigentlich wollte ich danach nur noch nach Hause, weil ich einfach enttäuscht war. Mein Körper hat sich sehr erschöpft angefühlt und ich wusste, dass ich viel zu weit über meine Grenzen gegangen war. Trotzdem sind wir noch ein Eis essen gegangen. Nicht, weil ich noch Energie hatte, sondern weil ich nicht wollte, dass dieses Gefühl der Niederlage den ganzen Tag bestimmt. Darüber hätte ich mich im Nachhinein nur noch mehr geärgert.
Rückblickend wäre eine kleinere Runde für den Anfang die bessere Entscheidung gewesen. Ich war einfach zu ambitioniert und habe meinen aktuellen Energiebedarf falsch eingeschätzt.
Vielleicht gehören genau solche Tage aber auch dazu. Ich darf enttäuscht sein und dieses Gefühl zulassen. Trotzdem muss ich diesen Ausflug nicht als Niederlage sehen. Er hat mir gezeigt, wo meine aktuelle Grenze liegt und was ich beim nächsten Mal anders machen würde. Beim nächsten Mal starte ich einfach mit einer kleineren Runde.
Eigentlich brauche ich das E-Bike im Moment auch gar nicht für lange Fahrradtouren. Es soll mich vor allem im Alltag unterstützen, damit ich wieder öfter mit dem Fahrrad statt mit dem Auto unterwegs sein kann, ohne mich mit meiner wenigen Energie zu überfordern. Für mehr darf ich meinem Körper einfach noch etwas Zeit geben.