Montag steht schon die nächste OP für mich an: Meine Gallenblase wird endlich entfernt.
Die Problematik ist schon eine Weile bekannt. Auch wenn ich die OP eigentlich nicht während der Immuntherapie machen lassen wollte, kann ich diese nicht mehr aufschieben. Sie macht inzwischen immer mehr Probleme, was sehr unangenehm ist. Deshalb bin ich froh, dass sie nun rauskommt. Eine Baustelle weniger. Man muss bei der OP nur einiges beachten. Gerade die möglichen Nebenwirkungen der Immuntherapie müssen dabei im Blick behalten werden.
Dazu wissen die Ärzte noch nicht genau, welche Schnitte gemacht werden müssen. Standard wäre eine minimalinvasive OP per Laparoskopie, also eine Bauchspiegelung, mit vier kleinen Schnitten. Da ich aber schon eine sehr lange Narbe am Bauch habe, kann es sein, dass darunter zu viel Narbengewebe ist. Dann müsste ein schräger Bauchschnitt gemacht werden. Da wäre die Heilungsphase dann etwas länger. Das wird sich aber erst während der OP zeigen.
Irgendwie bin ich vor dieser OP doch etwas nervöser. Letztes Jahr bin ich mit dem Wissen in eine OP gegangen, dass ich erst einmal einiges vor mir habe und nicht so schnell wieder zur Arbeit zurückkommen werde. Dieses Mal ist die Situation eigentlich eine ganz andere. Und trotzdem fühlt es sich für mich gerade nicht ganz so an.
Dazu kommt, dass ich heute vor einem Jahr die letzte Chemo hatte. Das und die kommende OP wühlen wieder einiges in mir auf. Und auch wenn ich durch die Immuntherapie wieder mehr mit Müdigkeit zu kämpfen habe, bin ich froh, dass dieses Wochenende einige schöne Sachen geplant sind.
…
Nach der OP – 24.09.
Die 8. OP und vier weitere kleine Narben. Das heißt, ich konnte minimalinvasiv operiert werden. Ich hatte kaum Verwachsungen im Bereich der alten Narbe, was mich sehr freut.
Direkt nach der OP ging es mir erst sehr schlecht. Durch die Luft im Bauch, die auf das Zwerchfell gedrückt hat, hatte ich sehr starke kolikartige Schmerzen, die erst nach mehreren unterschiedlichen Schmerzmitteln besser wurden.
Einen Tag nach der OP durfte schon ich wieder nach Hause. Ich habe zwar Schmerzen, aber es hält sich in Grenzen. Ich muss trotzdem daran denken, regelmäßig die Schmerzmittel zu nehmen, sonst wird es zu unangenehm.
Ich weiß gar nicht, wie ich das letzte Jahr nach meiner großen Bauch-OP schaffen konnte. Ich weiß noch, dass die ersten zwei Wochen zu Hause Horror waren. Schmerzen, ich war schlapp und konnte mich kaum bewegen. An Essen (machen) war gar nicht zu denken, hatte aber auch arg Bauch-/Darmprobleme. Ich habe also die meiste Zeit geschlafen. Danach wurde es nur langsam besser. Wenn man dann noch dazu alleine wohnt, ist es gar nicht so einfach. Rückblickend hätte ich das anders machen sollen. Auch wenn ich das so irgendwie hinbekommen habe.
18.10.
Nach drei Wochen krank und einer Woche im Homeoffice läuft dann endlich auch wieder alles normal weiter. Ich war leider länger krank als gedacht. Mein Körper meinte in der zweiten Woche nach der OP noch, eine Gürtelrose entwickeln zu müssen. Mein Immunsystem war wohl etwas schlapp.
Diese drei Wochen waren mir definitiv zu viel. Im Moment kickt dadurch die Fatigue ziemlich stark und ich hoffe, dass es bald wieder besser wird.
Die OP selbst habe ich aber gut weggesteckt. Nur die Narben zwicken hin und wieder noch etwas.